Veranstaltungen 2009
17. November 2009Nachlese von Rosemarie Mischler, 19. November 2009 Am 17. November 2009 veranstaltete die ZKW eine Tagung zum Thema Finanzierungsmodelle in der Weiterbildungmit den Referenten: Prof. Wolter erläuterte zwei Grundmodelle: 1. Finanzierung auf der Angebotsseite 2. Finanzierung auf der Nachfrageseite Das heutige Modell folgt mehrheitlich der Finanzierung der Angebotsseite, d.h. Bildungsinstitute erhalten von Bund und Kantonen Gelder, meist in Form von Pauschalbeträgen, um ihre Weiterbildung günstig anbieten zu können. Im Gegensatz dazu geht die Finanzierung auf der Nachfrageseite u.a. von Steuerabzügen über Bildungsgutscheine bis zu Stipendien für den Studierenden. Der Vorteil dieser nachfrageorientierten Finanzierung ist nach Ausführungen des Referenten, dass der Nachfrager das in seinen Augen beste Bildungsangebot wählt, was den Wettbewerb auf der Basis von Qualität und Preis fördert. Gleichzeitig verspricht man sich daraus eine verbesserte Bildungsqualität zu tieferen Kosten. Als Folgerung für die Bildungspolitik kam die Studie zum Schluss, dass nachfrageorientierte Instrumente derzeit allen anderen Finanzierungen überlegen sind, aber auch, dass - vielleicht im Gegensatz zur landläufigen Meinung - gezielte Eingriffe in die Weiterbildung für tief Qualifizierte erfolgsversprechend sind, wenn sie gut begleitet werden. Frau Büdenbender und Frau Brügger zeigten ihrerseits als Wirtschaftsvertreterinnen auf, wie Weiterbildung in ihren Betrieben gehandhabt wird. Nämlich konstant und intensiv. Von den Mitarbeitenden wird eine hohe Bereitschaft zur Weiterbildung als gegeben vorausgesetzt, wobei in Zeiten des wirtschaftlichen Rückgangs viel davon on the job verläuft und die Weiterbildungsziele priorisiert werden müssen, weil das Budget zurückgefahren werden muss. Nicht vorstellen konnten sie sich, dass ihre Firmen vom Staat Gelder für Weiterbildung erhalten würden. Das widerspräche ihren marktwirtschaftlichen Grundsätzen. Anlässlich der regen Diskussionen unter den Teilnehmenden, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Bildungsanbietenden aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammensetzen, gab es auch provokative Fragen an die Referentinnen und Referenten wie z.B., ob die Experten auch wirklich genügend Bodenhaftung hätten und die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen tatsächlich aus eigener Erfahrung kennen würden. Man sieht eine gewisse Gefahr, dass an den Zielgruppen vorbei diskutiert und entschieden werden könnte. Grundsätzlich wurde aber ein Wechsel von angebots- auf nachfrageorientierte Finanzierung von vielen befürwortet, auch wenn eine gute Portion Skepsis zu hören war in Bezug auf die Interpretationsfrage und den Verwaltungsaufwand. Vor allem interessierte aber, wie es jetzt weitergehe. Prof. Wolter beantwortete diese Frage kurz und bündig mit: Sein Auftrag sei erledigt, jetzt sei die Politik am Zug. Im Schlusswort versprach Elisabeth Derisiotis, dass die ZKW die Bedenken und Voten der Anwesenden nicht nur zur Kenntnis nehme, sondern diese auch in die politische Arbeit im Kantonsrat einbringen werde.
07. Mai 2009Themenabend
Wie kaufen Unternehmen Weiterbildung ein? Erste Resultate aus der Schweizer Betriebsbefragung zur Weiterbildung. Referat von Prof. Jürg H. Arpagaus, Forschungsleiter der Kalaidos Fachhochschule Das vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Forschungsprojekt des Instituts für Soziologie der Universität Bern und der Kalaidos Fachhochschule Schweiz umfasst eine Befragung zur Organisation von Weiterbildungsmassnahmen durch Betriebe sowie zur Zusammenarbeit mit externen Bildungsanbietern.
07. Mai 2009Mitgliederversammlung
Traktanden gemäss schriftlicher Einladung an die Mitglieder 19. März 2009Feierabendgespräch: Faire sprachliche Anforderungen an Migrantinnen und Migranten
Podiumsgäste: Gesprächsmoderation: Elisabeth Derisiotis, Präsidentin ZKW und Kantonsrätin SP
Die Podiumsgäste waren sich einig, dass es eine klare Regelung zur Sprachkompetenz geben soll. Der Nachweis ist in Zukunft nicht nur für einbürgerungswillige Migranten wichtig, sondern auch für solche, die die Aufenthaltsbewilligung beantragen. Integration fände, so der Grundtenor, über die Sprache statt. Dabei wurde auch klar, dass Personen in Spezialistenberufen oder hohen beruflichen Positionen, namentlich englisch Muttersprachige, sich in ihrem Umfeld meistens problemlos ohne Deutschkenntnisse zurechtfinden. Die Hauptunterschiede traten bei den Minimalanforderungen zu Tage. Während die einen fanden, es könnte von Hilfskräften nicht die gleichen Kompetenzen (vor allem im schriftlichen Bereich) verlangt werden wie von akademisch gebildeten Migranten, waren vor allem die Vertreter der bürgerlichen Seite für eine Gleichbehandlung aller, da es sonst gar kein Gesetz bräuchte. Der Vorteil von gesetzlichen Bestimmungen wäre, dass das Einbürgerungsverfahren nicht mehr politisch abgewickelt würde, sondern ein Verwaltungsverfahren werde. Das würde unfairen Verfahren entgegenwirken. Uneinigkeit herrschte auch über den Wert, bzw. die Tauglichkeit der Prüfungsinstrumente. Das derzeit meist genutzte Test-Tool sind die TELC-Sprachprüfungen, die von einem Podiumsgast als nicht 2das Gelbe vom Ei" befunden werden. Diese prüfen alle Kompetenzen, von der mündlichen über das Hörverständnis bis hin zur schriftlichen. Für Kandidaten mit einem kleinen Schulrucksack stellen oft diese Letzteren ein unüberwindliches Hindernis dar, weil sie mit dem Prüfungsformat nicht vertraut sind. Oder weil sie vor allem Schweizerdeutsch sprechen und sich in der Hochsprache nicht ausdrücken können. Einige Podiumsgäste, aber auch einige Besucherinnen und Besucher des Anlasses, fanden diese Anforderung an diese Gruppe unfair. Vor allem auch deshalb, weil sie diese Kompetenz in ihrem beruflichen Umfeld in den meisten Fällen auch gar nicht benötigten. Als Gegenargument vertrat der Vertreter einer privaten Sprachschule die Meinung, dass es ‚die perfekte Prüfung‘ nicht gebe und derzeit die TELC-Prüfungen das geeignetste Instrument seien, die verschiedenen sprachlichen Fertigkeiten der Kandidaten zu testen. Wenn schulungewohnte Kandidaten mit dem Prüfungsformat nicht zurecht kämen, müssten sie sich auch in diesem Bereich weiterbilden und schulen. Das würde sogar zu einem weiteren Kompetenzzuwachs führen. Verständlicherweise ist die Politik fixiert auf die sprachlichen Kompetenzen, da diese am Einfachsten zu messen sind. Trotzdem dürfen die Hürden nicht so hoch sein, dass sie von einer breiten Gruppe nicht genommen werden können. Wichtig wäre vor allem, dass eine gesamtschweizerische Lösung gefunden wird.
|
||























